Qualitätsentwicklung für selbstverwaltete Organisationen

Das Seminarmodell

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Das LEM (Lörracher Einsteigermodell) stellt ein wachstumsfähiges Minimalmodell eines QMS dar. Nur vier überschaubare Aufgaben sind bei der Einführung zu bewältigen:

Diese vier Bausteine stellen bereits ein komplettes QMS dar, ohne jedoch eine Zertifizierung anzuvisieren. Um dieses einzuüben entsendet jede Organisation mindestens drei Delegierte, die im Sinne einer Arbeitsgruppe das LEM in die Organisation tragen. Die Delegierten verpflichten sich zur regelmässigen und vollständigen Teilnahme am ganzen Seminar. Das LEM versteht sich als Selbsthilfeprojekt, dh die Verantwortung für den Veränderungsprozess bleibt von Anbeginn bei der Organisation selbst. Dies dient der Personalresourceneinsparung und bedeutet, dass kein "alleswissender" Fachreferent den Weg weist und in Krisensituationen als Feuerwehr einschreitet. Die Delegierten entscheiden deshalb von Anfang an über die konkreten Schritte der Umsetzung. Sie werden im Rahmen eines Lernlaboratioriums im Seminar in ihrem Vorgehen eng begleitet und beraten. Sinn der Grossgruppe ist es voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Nach Abschluss des Seminars geht die Zusammenarbeit über das LEM- Forum, als Intranetplattform weiter. Darüberhinaus besteht die Möglichkeit dem bestehenden Netzwerk beizutreten, das hilft Qualität auf waldorfspezifische Weise zu entwickeln, zu kontrollieren und nach aussen zu dokumentieren.
Kernpunkt des LEM ist es an der oben beschriebenen Grundstruktur eine individuelle Organisationsform zu entwickeln. Wo und in welchem Umfang diese Struktur Eingang in die Organisation erhält, entscheiden ausschliesslich die betroffenen Mitglieder. Es gibt keinen objektiven Parameter für die Umsetzung des LEM- Modells. Vielmehr entwickelt jede Organisation eine eigene Form mit der dazu passenden Geschwindigkeit. Es ist ein mittelfristiges Ziel, dass sich die teilnehmenden Organisationen durch die gleiche Grundstruktur gegenseitig in der Individualitätsentwicklung unterstützen. Die durch das LEM entwickelten Werkzeuge dienen der Selbsteinschätzung. Mit dem Erlernten sind jedoch auch alle notwendigen Schritte für eine Fremdevaluierung möglich. Zeitlich beginnt und endet das Seminar mit dem jeweiligen Schuljahr. Inhaltlich endet es mit einer Selbstverpflichtung der Organisation zu einem dauerhaften Weg der Qualitätsentwicklung mittels Ökonomiekarte. Ist diese Selbstverpflichtung mittels Ökonomiekarte erfolgt, erhält die Organisation ein Zertifikat, welches die Einführung eines QMS bestätigt. Inwiefern dieses Zertifikat den zu erwartenden Anforderungen durch die Behörden genügt, hängt vom Gestaltungswillen der Schule ab.
Möchte eine Organisation am LEM teilnehmen, so entsendet sie zwischen drei und sechs Mitglieder, die möglichst alle Bereiche (Lehrer, Eltern, Verwaltung etc) abdecken. Ausserdem ist ein entsprechender Vertrag abzuschliessen. Dieser Vertrag ist vom Vorstand und mindestens einem weiteren Gremium (SfK, ELK) zu unterschreiben und vor Seminarsbeginn einzureichen.Folgende Vorraussetzungen sind für eine erfolgreiche Umsetzung unabdingbar: Die Organisation ist willens in einem demokratischen und transparenten Prozess die eigenen Strukturen anzuschauen und an der Grundstruktur des LEM neu auszurichten bzw zu konkretisieren. Die Delegierten erhalten ihren Auftrag zur Teilnahme von der ganzen Organisation und interessieren sich für die Materie. Die Delegierten verstehen sich als Vertreter der ganzen Organisation und sind sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst. Ausser an den fünf Seminartagen kommunizieren sie über das Forum mit der ganzen Gruppe (Internet- und Emailzugang als Gruppe sind Voraussetzung) und entwickeln einen eigenen Arbeitsstil. Den Delegierten ist es ein Anliegen, das Erlernte rasch und effektiv in die Organisation zu tragen. Sie entwickeln dabei ein Gespür für die geeigneten Wege.
Das Seminar findet an fünf Samstagen statt. Die Delegierten erhalten einen LEM-Ordner indem alle erfolgten Massnahmen an der Schule dokumentiert werden. Vor dem jeweiligen Seminartag erhalten sie eine Tagesordnung zur Vorbereitung mit den notwendig Unterlagen per Email. Für Fragen an die Seminarveranstalter und anderen Seminaristen steht ein Internetforum zur Verfügung. Auf telefonische Kommunikation wird bewusst verzichtet. Die Formulare für den fortlaufenden Betrieb des LEM werden zum Herunterladen an zentrale Stelle bereitgestellt. Das Seminar endet mit einer Lernüberprüfung an dem die stoffliche Durchdringung abgelesen werden kann.
Pro Organisation findet ein Besuch seitens der Seminaranbieter statt, der zur Vertiefung der Materie dient. Weitere Besuche sind nicht Bestandteil des Seminars. Mit dem Vertrag bestätigen die Teilnehmenden das Urheberrecht der Veranstalter an allen Bestandteilen des LEM. Das Erlernte und sämtliche Unterlagen bleiben auf den Gebrauch an der eigenen Organisation beschränkt.
Die Seminarkosten belaufen sich auf von 7200 - 10200 CHF, (4350 - 6200 €) je nach Teilnehmerzahl. In diesen sind die Mehrwertsteuer, Kosten für die genutzten Räumlichkeiten, Unterlagen und die Spesen für den einmaligen Besuch enthalten. Die Seminarskosten werden ungefähr zur Halbzeit des Seminars auf einmal in Rechnung gestellt und sind unmittelbar zu bezahlen. Der Veranstaltungsort wird erst zum Anmeldeschluss festgelegt um einen zentralen Ort für alle Teilnehmenden zu ermöglichen.
Werden wesentliche Punkte dieses Modelles nicht beachtet, so mahnt der Veranstalter eine Klärung beim Vorstand der betroffenen Organisation an. Bei fortlaufender Missachtung dieser Punkte bleibt es dem Veranstalter vorbehalten, den Vertrag vorzeitig zu kündigen. In diesem Falle wird der volle Seminarkostenbeitrag incl Nebenkosten fällig, auch wenn noch nicht alle Bestandteile der Leistungsvereinbarung erfüllt sind.
Basel, den 06.03.08